> Heimo Zobernig
Heimo Zobernig is no strategist. His work is a quest for the elemental. Once found he puts these elements to various tests. But Zobernig is only a minimalist in his avoidance of the cranking-up of meta-levels. He dissects phenomena almost scientifically and presents their components in new constellations. For Zobernig the question is what art can produce. Progress requires sceptical analysis using many methods. „My reactions are ad hoc. I don’t always know the outcome“, he says. The search covers areas including architecture, furniture, design, performance, music, video, text and public art. Holistic thinking, free but with a down-to-earth approach characterize Zobernig’s work. Devoid of pretentious self-glorification and refusing to take art too seriously, Zobernig has, nevertheless created a place for himself in the contemporary art world. Against a black wall his multi-faceted but simple preparatory exercises to modernism seem like a reconstruction of a historic show. Zobernig also stands what we usually call ‘sculpture’ on its head, sometimes literally. His work is a launching pad for fantasies and thoughts, both calculating and sensual.
Heimo Zobernig ist kein Stratege. In erster Linie basiert seine Arbeit auf einer Suche nach Elementen, deren Existenz er mittels vieler Methoden überprüft. Minimalist ist Zobernig höchstens in dem Sinn, dass er sich nicht in Meta-Ebenen versteigt. Er seziert, analysiert Phänomene fast naturwissenschaftlich und präsentiert deren Bausteine - etwa industriell normierte Farben - in neuen Konstellationen. Er generiert damit andere Bedeutungen, andere Wirkungen: „Kunst ist ein Suchen in unterschiedlichen Medien. Es geht um die Frage: Was könnte die Kunst da leisten? Vorankommen erfordert skeptische Überprüfungen. Dabei kommen viele Methoden zur Anwendung, nicht nur eine. Ich reagiere ad hoc. Ich weiß auch nicht immer, was werden wird. Mit Strategie käme man nicht sehr weit.“ Das Suchen deckt quasi alle Bereiche ab. Ein ganzheitliches Denken, frei, aber dennoch mit Bodenhaftung. Die Kunst nicht so bitter ernst nehmen, sie ein bisschen zu verachten und sie am Gängelband halten. Das schafft Distanz, Distanz auch von der lächerlichen Figur eines selbstherrlichen, polternden Kunstgottes. Eher leise und unprätentios hat sich Zobernig dennoch so etwas wie einen Platz im zeitgenössischen Kunstolymp geschaffen, Documenta & Co schätzen diese Arbeit, welche aus dem Schutt der „Grundpfeiler der Moderne“ tatsächlich immer wieder etwas Neues baut. Je mehr sich Zobernigs Arbeiten der Auslegung entziehen, desto mehr überschlagen sich die Interpretationen der Kunst-Auguren. Sie fungieren als Abschussrampe für Phantasie und Denken, kalkuliert und sinnlich zugleich.
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Text: von Sabotage gekürzter Text von Doris Krumpl (aus der Zeitung MQ-Site) anlässlich der Zobernig-Präsentation im MUMOK, 2003.

